Grenz-Echo - 10.02.09

Mehr als 500 Jugendliche informierten sich über Studien und Berufe

Athenäum Eupen unter Polizeiaufsicht

In der vergangenen Woche fand in den Räumen des Kgl. Athenäums Eupen der jährliche Informationsabend über Studien und Berufe statt. Bei seiner 29. Ausgabe konnten die Mitarbeiter des Fördervereins der Schule »Pro Juventute« sich über eine Steigerung von mehr als zehn Prozent zum Vorjahr freuen.

Über 500 Jugendliche aus Ostbelgien und den angrenzenden Randgemeinden nutzten über zwei Stunden das für die Gegend einmalige Aufgebot.

Die »Aussteller« konnten sich ihrerseits nicht über mangelnden Zuspruch beklagen. »Die Studenten aus Ostbelgien und dem wallonischen Teil der Ardennen weisen laut unseren Statistiken die höchsten Erfolgsquoten auf!«, berichtete Professor Niessen von der bekannten Schmiede für Wirtschaftsexperten HEC. Niessen sowie der ebenfalls aus der Eifel stammende Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Namur, Dr. Manfred Peters - um nur zwei anwesende Vertreter von belgischen Ausbildungsstätten namentlich zu nennen - informierten die hiesigen Schüler in deren Muttersprache.

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Die Abteilung Ausbildung und Unterrichtswesen des Ministeriums der DG und die Agentur für Europäische Bildungsprogramme informierten bei dem Info-Abend.

Der Informationsabend gliedert sich in vier Angebote auf. Hochschulen und Universitäten aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg präsentieren ihre Fakultäten. Institutionen wie das Arbeitsamt der DG, die Agentur für Arbeit Aachen, das IAWM, die ostbelgischen PMS-Zentren, das Jugendinformationszentrum u. a. helfen durch Berufsberatung. Berufsvertreter geben Auskünfte über ihren Alltag. Hiesige Studenten geben konkrete Tipps für das Studium und helfen Schwellenängste abzubauen. So unterstützten in diesem Jahr mehr als 130 Experten die hiesigen Schüler bei der schwierigen Suche nach dem richtigen Beruf und dem geeigneten Studienplatz.

»Besucher, die zum ersten Mal kommen, sollten mit Berufsvertretern und Berufsberatern sprechen. Wenn sie sich für eine Berufssparte begeistern konnten, gilt es den besten Ausbildungsplatz zu finden. Dabei können die Vertreter der Ausbildungsstätten und den Studenten helfen«, so der Tipp von einem der Organisatoren des Abends. Da der Abend jährlich organisiert wird, kann der Schüler diese Suche über mehrere Jahre verteilen und bereits in der Sekundarschule die Weichen für seine Zukunft stellen. Dafür wurden mehr als 5000 Flyer an alle Schüler der Oberstufe Ostbelgiens und der Randgemeinden verteilt.

Neu in diesem Jahr waren die Teilnahme der Universität Luxemburg und KUL, der Katholieke Universiteit Leuven. Beide sagten spontan nach dem Abend ihre weitere Mitarbeit zu. Auch die Abteilung »Ausbildung und Unterrichtswesen« des Ministeriums der DG und die Agentur für Europäische Bildungsprogramme nutzten den Abend, um sich vorzustellen. Mitarbeiterinnen des Ministeriums warben für den Lehrerberuf und stellten die Vorteile vor, die ostbelgische Pädagogen genießen. Edgard Hungs von der Europäischen Agentur gewährte Einblicke in Austauschprogramme, mit denen Studenten im Ausland ihre Ausbildung und ihr Kurrikulum bereichern können. Auch die Theaterschule Aachen erweiterte in diesem Jahr die Palette des Angebots um eine interessante Facette.

Mit der Destuna, der Paludia und der Eumavia nahmen auch erstmalig ostbelgische Studentenvereinigungen teil und berichteten von studentischen Traditionen. Die Interim-Agentur Daoust bot den Besuchern ein Job-Coaching an, was gerne angenommen wurde.

Die Besucher erlebten hautnah, dass Polizisten - auch wenn sie als Berufsvertreter tätig sind - jederzeit einsatzbereit sein müssen. Kurz nach Beginn der Veranstaltung verließen zwei Beamte fluchtartig das Athenäum, um einem entflohenen Straftäter nachzustellen (siehe GE-Ausgabe vom 5. Februar). Bis zum Ende der Veranstaltung stand das Schulgebäude dann unter behördlicher Aufsicht, da ein Einnisten des Straftäters in den weitläufigen Gebäudetrakt der Schule unterbunden werden sollte.

Der nächste Informationsabend findet am 2. Februar 2010 statt.